Jahrbuch Impact Investing 2023: ÖKOBASIS SDG – Investments for Future

Leon Christian BreuerPresse, Top-News

Der Fondsname ist Programm. Die SDGs sind sein Maßstab. Eine breite Verteilung des Anlageuniversums aus 60 Aktien auf möglichst alle nachhaltigen Entwicklungsziele ist der Weg. Diese konsequent umgesetzten Leitlinien haben den Investments for Future auf Platz 1 einer Nachhaltigkeitsanalyse von 493 Fonds geführt.

DIE ZUKUNFT DER EINEN MENSCHHEIT
Wenn es um die Frage nach der Zukunft der einen Menschheit geht, sind die Sustainable De­velopment Goals der Vereinten Nationen Brenn­punkte und Antworten zugleich. Als Europäer sind wir in einer ausgesprochen privilegierten Position in dieser Debatte. Wenn wir über exis­tentielle Fragen diskutieren, dann geht es für uns nicht um ein Existenzminimum von zwei US-Dollar am Tag, und wir sehen es als selbstver­ständlich an, dass wir jederzeit über sauberes Wasser, über genug Nahrung, einen Zugang zu medizinischen Dienstleistungen und Bildung für unsere Kinder und uns selbst verfügen können. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in einem eingespielten System der Gewaltentei­lung ist bei uns gewährleistet. Wenn wir uns in Europa mit den Themen einer nachhaltigen Ent­wicklung auseinandersetzen, dann machen wir uns in erster Linie Sorgen über das Klima. Keine Frage, der Klimawandel ist ein wichtiges Thema der SDGs, doch wenn wir über Europa hinaus­blicken, dann reicht es nicht, ausschließlich den Klimawandel in den Fokus zu nehmen. Vorgänger der SDGs waren die Millennium Development Goals. Sie wurden 15 Jahre vor den SDGs im Jahr 2000 von den vereinten Nationen verabschiedet und galten für die Län­der, in denen die sozialen und ökonomischen Probleme, vor allem die extreme Armut, aber auch Kindersterblichkeit und Hunger eine gra­vierende Rolle gespielt haben. Das Projekt gilt als Erfolg. Mit den SDGs, die nicht nur für Entwicklungsländer, sondern für alle Staaten gelten und in denen die ökologischen Themen ein größeres Gewicht bekamen, wurden daher entsprechend große Hoffnungen verbunden. Dissens besteht aber weiterhin zwischen den politischen Priorisierungen von ökologischen Zielen durch die Länder des globalen Nordens auf der einen Seite, sowie der Notwendigkeit, den Menschen in den Ländern des globalen Südens einen Ausweg aus der extremen Dis­parität im Lebensstandard zu ermöglichen. Aus dem Blickwinkel von Europa sehen wir die grünen Lungen des Planeten. Im Kongobecken, auf Haiti oder Madagaskar sieht man im Holz der Bäume den Rohstoff zur Erzeugung von Holzkohle.

ANSPRUCH
Exemplarisch für andere Lösungwege könnte eine Möglichkeit darin bestehen, überall dort, wo Meiler zur Verkohlung von Holz aufgeschichtet werden, Alternativen zum Einsatz von Holzkohle zu schaffen. Europa hat dieses Stadium bereits im 16. Jahrhundert hinter sich lassen müssen. Es gab nicht mehr genug Wälder. Aus dieser Er­innerung heraus stellt sich die Frage, ob dieser Weg heute noch einmal in Südamerika, Afrika und Asien beschritten werden muss, oder ob die Möglichkeit gegeben ist, die europäischen Erfah­rungen und anschließenden Zwischenstadien zu überspringen, so wie in Afrika bereits die Fest­netztelefonie übersprungen wurde. Natürlich ist es möglich, und es macht ausgesprochen viel Sinn, sich persönlich mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen in geeigneten Projekten direkt einzubringen und damit Wirkung zu erzie­len. Wird man mit allen zur Verfügung stehen­den Mitteln so vorgehen wollen? In den meisten Fällen vermutlich nicht, denn es gibt finanzielle Mittel, die liquide bleiben und am Kapitalmarkt in­vestiert werden sollen. Für diese Mittel stellt sich die Frage, mit welchem Anspruch im Rahmen der SDGs investiert und welche Wirkung damit erzielt werden kann.

ANLAGEUNIVERSUM
Ein Investor in nachhaltige Strategien erwartet zwar grundsätzlich einen Ertrag auf sein Invest­ment, aber im ersten Schritt seiner Überlegun­gen kann und will er keinen Ertrag aus Wirt­schaftssektoren oder Unternehmen akzeptieren, die keinesfalls nachhaltig handeln. In der Um­setzung von Anlageentscheidungen fällt dieser Entscheidung über den Nachhaltigkeitsanspruch auf der Ebene des Anlageuniversums und da­mit der Frage, wer den Hut aufhat bei der Wahl der investierbaren Aktien. Für den Investments for Future ist diese Frage zweifelsfrei geregelt. Die Auswahl der Aktien wird ausschließlich vom Nachhaltigkeitsberater des Fonds getroffen. Seit Auflage des Fonds hat er seine Freiheit im gesetzten dreidimensionalen Rahmen von Aus­schlusskriterien, Best-in-Class und den Sustai­nable Development Goals mit Bravour gelöst. Die Forderung nach höchstmöglichem Nachhal­tigkeitsanspruch konnte er aber auch deshalb lösen, weil der Fondsmanager die Disziplin auf­gebracht hat, keinerlei Einfluss auf das Anlage­universum geltend zu machen. Bei der Zusammenstellung des Anlageuniver­sums geht es im ersten Analyseschritt um die Ausschlusskriterien. Ausgeschlossen werden Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleis­tungen eine elementare Bedrohung für Mensch, Natur und Frieden darstellen, die Würde des menschlichen Lebens verletzen, den Menschen und seine Gesundheit bedrohen, sowie alle Unter­nehmen mit kontroversen Geschäftspraktiken. Der zweite Analyseschritt schaut nicht auf die negativen Seiten unternehmerischen Handelns. Hier geht es um positive Kriterien und einen rela­tiven Vergleich. Die Leitfrage lautet: Wie verhält sich das Unternehmen zu Mitarbeitern, Kunden, Zulieferern und der gesamten Gesellschaft? Die dritte Ebene der Analyse setzt sich mit der Frage auseinander: Was macht das Unterneh­men, welchem SDG-Beitrag leisten seine Produk­te und Dienstleistungen? Wenn in mehr als 10.000 Aktien weltweit in­vestiert werden könnte und diese Aktien den dreidimensionalen Analysetrichter durchlaufen und dabei gleichzeitig eine möglichst breite Ver­teilung der Unternehmen auf alle investierbaren SDGs angestrebt wird, dann können am Ende nur etwas 0,6 Prozent der Unternehmen den Anforderungen entsprechen und das Anlageuni­versum des Fonds von 60 Aktien bilden.

PORTFOLIO
Das erklärte Ziel des Fondskonzepts ist der höchste Anspruch an die Qualität der Nachhaltig­keitsanalysen. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die SDGs. Dieses Ziel steht über allen anderen Er­wägungen. Die Nachhaltigkeitsqualität jeder ein­zelnen Aktie des Anlageuniversums kann daher im Investments for Future nicht durch Performance­aspekte verwässert (korrumpiert?) werden. Das zweite Ziel, das dem Fonds mit auf den Weg gegeben wurde, betrifft einen ganz anderen As­pekt. Der Investments for Future soll ein Fonds sein, in dem das Risiko konsequent eingehegt wird. Ein Anlageuniversum aus 60 Aktien mit höchstem Nachhaltigkeitsanspruch. Verbunden mit dem Ziel, das Risiko aktiv zu steuern. Für jedes Fonds­management ist diese Konstellation eine Heraus­forderung. Das Fondsmanagement-Team hat die­se Herausforderung mit Herzblut angenommen und bereits in der Entwicklungsphase des Fonds einen wichtigen Aspekt eingebracht. Ein Universum aus 60 Aktien sollte nicht aus­schließlich über die höchsten Nachhaltigkeitsbe­wertungen von Unternehmen gesteuert werden. Es könnte sein, dass dann alle Aktien aus einer oder wenigen Branchen kommen. Diversifikation ist aber ein zentraler Risikomanagementaspekt. Kann eine breite Diversifikation erreicht und dabei der Nach­haltigkeitsanspruch aufrechterhalten werden? Die Spur zu einer überzeugenden Lösung war schnell gefunden. Es gibt 17 SDGs. 15 davon sind investier­bar. Theoretisch ist es möglich, jeweils vier Aktien aus jedem SDG in das Anlageuniversum zu über­nehmen. Aber darunter würde die Nachhaltigkeits­qualität deutlich leiden, denn nicht in jedem SDG gibt es vier investierbare Unternehmen, die allen Ansprüchen genügen könnten. Aber auch wenn daher die Verteilung nicht perfekt symmetrisch ge­lingen kann, so ist sie doch so breit angelegt, dass darüber automatisch eine sehr gute Diversifikation nach Branchen erfolgt. Fonds vermeidet Aktien, die sich in einem größeren Drawdown befinden als andere Aktien. Es ist ein relativer Vergleich der Aktien untereinander, redu­ziert die Risiken der Einzelaktien und kann die An­zahl der Aktien in einem Anlageuniversum effizient um 50 Prozent reduzieren. Der Erwartungswert des positiven Beitrags auf die Performance beträgt circa 3 Prozent pro Jahr. Der Rechenprozess be­rücksichtigt die Abwärtsbewegung vom höchsten Punkt der Wertentwicklungskurve zum tiefsten Punkt während des Berechnungszeitraums und ebenso die Zeit, während der sich die Aktie unter­halb ihres Allzeithochs bewegt. Für alle Zeiten nach­tragend ist diese Berechnung nicht, denn es muss die Möglichkeit geben, nach einem Abwärtstrend und einer Bodenbildung erneut kaufen zu können. Die zweite Risikomanagementebene nimmt das Gesamtmarktrisiko der im Portfolio zunächst gleich gewichteten Aktien in den Blick. Der rela­tive Vergleich der Aktien untereinander kann das Risiko der Gesamtmarktbewegungen nicht grei­fen, daher berechnet das Fondsmanagement einen Vergleich jeder einzelnen Aktie im Portfolio mit einem risikolosen Investment aus deutschen Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten. Aus dieser Berechnung ergibt sich die Investitionsquote jeder einzelnen Aktie und aus der Summe aller Aktien­quoten dann final der Aktienanteil des Portfolios. Der Teil des Portfolios, der nicht in Aktien inves­tiert ist, wird zurzeit vorwiegend in KFW-Anleihen geparkt.

FAZIT
Der Investments for Future ist ein flexibler Misch­fonds für Anleger mit einem hohen Nachhaltig­keitsanspruch und dem Wunsch, dass die Risiken des Investments systematisch gesteuert werden. Er stellt die SDGs in die Mitte der Nachhaltigkeits­analysen, begleitet von kompromisslosen Aus­schlusskriterien und Best-in-Class-Vergleichen. Das Ziel ist das höchste Level eines Nachhaltig­keitsanspruchs bei einer möglichst breiten Vertei­lung der 60 weltweit investierbaren Aktien auf alle SDGs. Die aktuelle Nachhaltigkeitsanalyse, die den Fonds auf Platz 1 in einer Vergleichsgruppe von 493 anderen Fonds führt, haben wir mit großer Freude zur Kenntnis genommen und sehen sie als Bestätigung unserer Arbeit an.

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